Features im Radio

Features

Samstag 09:00 Uhr MDR KULTUR

Nicht ohne meine Oud

Die Geschichte des Musikers Thabet Azzawi von Karin Hutzler Die Geschichte von Thabet Azzawi beginnt wie ein Märchen aus "Tausendundeine Nacht". In einer Stadt in Syrien lebten einst drei Brüder Thabet, Abdelwahhab und Musab. Eines Tages rettete der Arzt Musab einem kleinen Mädchen das Leben und erhielt als Dank dafür eine Oud geschenkt, die Laute gab er an seinen kleinen Bruder Thabet weiter, und der verliebte sich in die Musik. Das Instrument hat der berühmte und bekannteste syrische Meister Ali Khalife gebaut. Mit dieser Oud beginnt die Geschichte des Musikers Thabet Azzawi. 1990 im syrischen Deir ez-Zor geboren, studierte er wie sein Vater und seine Brüder Medizin. Die Familie gehörte zur Opposition gegen die Assad- Regierung. Der Bürgerkrieg zwang Thabet, seine Heimat zu verlassen. Drei Jahre dauerte die Flucht. Sein Weg führte über den Libanon, Jemen, Dschibuti in die Türkei. Einmal, kurz nach Thabets Flucht aus Syrien, kehrte er in das inzwischen schwer umkämpfte Deir ez-Zor zurück, nur um seine Oud zu holen. Später übergab er auf seiner Reise aus der Türkei nach Deutschland seine Oud einem Paketdienstleister, in der Hoffnung, dass die Oud wohlbehalten nach Deutschland transportiert werden würde. Doch die Laute wurde beschädigt. 2015 erreichte Thabet Azzawi Dresden. Ein Gitarrenbauer aus der Neustadt reparierte die Oud und gab ihr ihren Klang zurück. In Dresden setzte Thabet Azzawi sein Medizinstudium fort, lernte Musiker der "Banda Internationale" kennen. Der Band, die seit vielen Jahren mit Weltmusik und lauten Beats gegen Fremdenfeindlichkeit, gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft musiziert. Thabet Azzawi komponiert, trat mit den Dresdner Philharmonikern auf und gab an der Musikhochschule in Dresden einen Kurs über orientalische Musik. Die Oud, für die er mehrmals auf der Flucht sein Leben riskierte, ist immer an seiner Seite. Karin Hutzler, studierte Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte an der FU Berlin. 1984 erste Radioerfahrungen beim SFB - Hörspiel und Feature. Seit 1990 Autorin, Regisseurin, Übersetzerin. Seit 2003 Redakteurin beim SWR. Regie: Karin Hutzler Produktion: MDR 2019

Samstag 09:05 Uhr SR2 Kulturradio

FeatureZeit: Gefangen im eigenen Körper

Transsexuell im Iran Von Dominika Nooripoor

Samstag 12:04 Uhr WDR3

WDR 3 Kulturfeature

Zwielicht der Erinnerung Der belgische Maler Luc Tuymans Von Thomas David Wiederholung: So. 15.04 Uhr "Gaskammer", "Auschwitz": Mehrere Titel von Luc Tuymans Bildern verweisen auf das Herz der Finsternis in der europäischen Geschichte. Als Nachkomme einer Familie, die zwischen Widerstand und Kollaboration zerrissenen war, ist der 1958 geborene belgische Maler Luc Tuymans im Spannungsfeld zwischen der Erinnerung an die nationalsozialistische Vergangenheit und ihrer Verdrängung aufgewachsen. Tuymans Kindheit geprägt von Gefühlen der Isolation und psychischer Gewalt. Sie bildet die autobiografische Grundierung für ein international gefeiertes Werk, das tief ins kulturelle Gedächtnis vordringt und den Betrachter nicht selten verstört. Thomas David hat Luc Tuymans in seinem Antwerpener Atelier besucht und ausführlich zu einem Werk befragt, das dem alltäglichen Bildersturm der Massenmedien mit der ikonischen Kraft der Malerei begegnet. Neben Tuymans selbst kommen in der Sendung Zeitzeugen und Wegbegleiter des Künstlers zu Wort, darunter der Galerist Frank Demaegd und der Kunsthistoriker Ulrich Loock. Produktion: WDR 2022

Samstag 12:05 Uhr Bayern 2

Zeit für Bayern

Mystik am Abgrund Das Festspielhaus Bayreuth Von Barbara Bogen Promenade Vom Sehen und Gesehen-werden Von Andreas Höfig Wiederholung um 21.05 Uhr . Mystik am Abgrund Das Festspielhaus Bayreuth Von Barbara Bogen Schon Jahrzehnte bevor am 22. Mai 1872, dem 59. Geburtstag von Richard Wagner, der Grundstein für das Festspielhaus auf dem Grünen Hügel in Bayreuth gelegt wurde, war der Komponist mit revolutionären Strömungen und anarchistischen Thesen in Berührung gekommen. Im Schweizer Exil entwarf er eine Vision vom "Gesamtkunstwerk der Zukunft" und entwickelte seine Festspielidee. Vor allem sein scheinbar weltumspannender "Ring des Nibelungen" konnte nach den Vorstellungen des Komponisten nicht in einem gewöhnlichen Opernhaus zur Aufführung kommen, sondern brauchte einen besonderen Raum, dessen feierliche Stimmung das Publikum aus der Banalität des Alltags herausholen sollte. Die Wahl für einen Ort fiel schließlich auf Bayreuth, nicht zuletzt in der Hoffnung auf finanzielle Unterstützung durch Wagners Mentor, den bayerischen König Ludwig II. Allerdings fiel schon bei der Eröffnung des Hauses im Jahr 1876 dem jungen Friedrich Nietzsche, der unter den Besuchern war, auf, was für ein schnöder gesellschaftlicher Rummel dort herrschte. Immer wieder in den vergangenen 150 Jahren wurde Wagners Idee von Bayreuth ebenso wie seine Musikdramen neu interpretiert, auffallend oft auch willkommen geheißen durch rechte Ideologien. Adolf Hitler liebte das Festspielhaus, sah in Richard Wagner einen Geistesverwandten, nicht zuletzt aufgrund der klaren antisemitischen Positionen des Komponisten. Bis heute ist kein Theater und kein Opernhaus der Welt so sehr aufgeladen mit politischen Inhalten und Wahrnehmungen. Was macht die Faszination der Festspielidee und des Hauses auf dem Grünen Hügel bis heute aus? Unter anderem im Gespräch mit dem Wagner-Experten und Leiter des Hauses Wahnfried in Bayreuth Sven Friedrich versucht das Feature von Barbara Bogen der Ideengeschichte des Hauses und seiner ungebrochenen Faszination nachzuspüren. Promenade Vom Sehen und Gesehen-werden Von Andreas Höfig Es gibt sie noch überall in Bayern: Uferpromenaden, Kurpromenaden, Promenadeplätze. Aber gibt es die dazugehörige Tätigkeit noch, das Promenieren? Einst diente die sonntägliche Promenade der Repräsentation und Unterhaltung bürgerlicher und adeliger Familien. Man zeigte Garderobe, Wagen, Pferde und zuweilen auch Töchter im Rahmen gesitteter öffentlicher Brautschau. Sogar Könige, Kaiser und Zaren mischten sich in Kurorten wie Bad Kissingen unter das promenierende Volk. Und heute? Sind Sonntagsspaziergang, Schaufensterbummel, allfällige Autokorsos adäquater Ersatz? Hat sich das "Sehen-und-Gesehen-werden" nicht längst auf virtuelle Promenaden in sozialen Medien verlagert? Andreas Höfig berichtet in seinem "Zeit-für-Bayern"-Feature von Pracht und Glanz der Promenaden von einst und zeigt, was davon übriggeblieben ist.

Samstag 13:05 Uhr Bayern 2

radioFeature

Siedlungswahn und Artenschwund im ländlichen Raum Ein radioFeature von Rosie Füglein BR 2022 Wiederholung am Sonntag, 21.05 Uhr . Das kleine Naturschutzgebiet Astheimer Dürringswasen bei Volkach in Unterfranken verwandelt sich jeden Frühling in ein blühendes Wildblumenparadies. Doch das Paradies ist in Gefahr. Gleich nebenan könnten Einfamilienhäuser gebaut werden, wenn es nach den größten Fraktionen im Volkacher Stadtrat geht. Ein paar Naturschützer aus der Region versuchen das Bauprojekt noch aufzuhalten. Die Geschichte geht weit über Lokalpolitik und einen Streit in der bayerischen Provinz hinaus. Überall auf der Welt dringen Menschen in bedrohte Lebensräume vor. Dünger aus der Landwirtschaft und Abgase von Autos und Fabriken verändern den Boden. Dazu kommt der menschengemachte Klimawandel, der für ein Massenaussterben sorgt, wie es bisher nur durch Naturkatastrophen oder langfristige klimatische Veränderungen verursacht wurde. Oft machen - wenn überhaupt - bed rohte Tiere Schlagzeilen. Dieses radioFeature aber nimmt die Pflanzen in den Blick. Experten ordnen den unterfränkischen Sandmagerrasen als einen der hochwertigsten Lebensräume dieser Art in ganz Mitteleuropa ein. Seltene Pflanzen mit klingenden Namen wachsen hier: Ackerschmalwand, raublättriger Schaf-Schwingel, Frühlings-Hungerblümchen, kleiner Storchenschnabel, Dreifinger-Steinbrech, Zwerg-Schneckenklee, Zottige Wicke, Sandsilberscharte.... Im radioFeature "Wildblumenblues" lernen wir engagierte Naturschützer, einen Bürgermeister und vor allem faszinierende Pflanzen kennen, die über Jahrtausende gelernt haben, mit widrigen Bedingungen umzugehen und die uns vielleicht in einigem ein Vorbild sein könn

Samstag 14:00 Uhr rbb Kultur

Feature

Jeff Buckley in London Von Alan Hall Sprecher*innen: Christian Schmidt, Katrin Jaehne Regie: Jens Jarisch Ton: Kaspar Wollheim, Bettina Mikulla Assistenz: Silvia Vormelker Produktion: rbb/Falling Tree (for BBC) Der junge Musiker Jeff Buckley ist in London und steht auf dem Weg in die BBC mit seinem Tour Manager Steve Abbott im Stau. Er hat einen Auftritt beim Radiosender BBC GLR. Die beiden schalten das Autoradio an und hören, wie die Moderatorin den Auftritt von Tim Buckleys Sohn ankündigt. Und dass sich der Sohn von Tim Buckley wegen starken Verkehrs offenbar verspätet. Jeff - ein ruhiger, schüchterner und eher introvertierter Musiker - zerstört das Autoradio mit Fußtritten. Der anschließende LiveAuftritt gerät zu den intensivsten Momenten der Radiogeschichte. Jeff Buckley hält seinen offenbaren Hass auf die Moderatorin im Zaum, spricht kurz und widerwillig, bis endlich seine unterdrückte Wut einen Weg nach draußen findet.

Samstag 14:05 Uhr BR-Klassik

BR-KLASSIK - Das Musik-Feature

Zum 125. Geburtstag von Erich Wolfgang Korngold "Treu sein, das liegt mir nicht ..." Erich Wolfgang Korngolds Seitensprung mit der Operette Von Stefan Frey Wiederholung vom Freitag, 19.05 Uhr "Treu sein, das liegt mir nicht!" - singt der Herzog von Urbino in der Johann Strauß-Operette Eine Nacht in Venedig - freilich nicht im Original, sondern in der Bearbeitung von Erich Wolfgang Korngold, dem späteren Hollywood-Filmkomponisten. Dass sich das einstige Wunderkind und gefeierte Schöpfer der Toten Stadt auch intensiv mit dem Genre Operette beschäftigt hat, ist weitgehend vergessen. Während sein seriöses Schaffen in den letzten Jahren eine Renaissance erlebt hat und seine Filmmusiken inzwischen als Klassiker gelten, passen seine acht Operettenbearbeitungen und eine Operette nicht ins Bild. Dass seine Beschäftigung mit diesem Genre den hochfahrenden Ambitionen seines übermächtigen Vaters, des Großkritikers Julius Korngold widerstrebte, liegt auf der Hand. Denn die Operette bot Korngold die ersehnte, Möglichkeit, sich von ihm zu emanzipieren - sowohl musikalisch als auch finanziell und privat. Denn der Vater regelte nicht nur die Finanzen seines Sohns, sondern auch sein Privatleben. Vor allem war er gegen dessen Heiratspläne - unter dem Vorwand, die Einnahmen seines Sohns würden für einen standesgemäßen Hausstand nicht ausreichen. Doch der belehrte seines Vater eines Besseren und ging zur Operette. Seine Bearbeitung der Nacht in Venedig brachte ihm die ersehnte finanzielle Unabhängigkeit und damit die Hand seiner großen Liebe Luise von Sonnenthal. Von wegen: "Treu sein, das liegt mir nicht!" Musikliste: T: "Treu sein, das liegt mir nicht" - aus: Eine Nacht in Venedig K: Johann Strauß / Erich W. Korngold I: Fritz Wunderlich, Münchner Rundfunkorchester: Hans Moltkau T: Ouvertüre - zu: Eine Nacht in Venedig I: Grazer Philharmoniker: Marius Burkert T: "Sei mir gegrüßt, mein holdes Venezia" - aus: Eine Nacht in Venedig I: Richard Tauber, Orchester des Theaters an der Wien: Erich W.Korngold T: "Treu sein, das liegt mir nicht" - aus: Eine Nacht in Venedig I: Richard Tauber, Orchester des Theaters an der Wien: Erich W. Korngold T: "O Wunder der Liebe" - aus: Cagliostro in Wien I: Anny Schlemm; Münchner Rundfunkorchester: Werner Schmidt-Boelcke T: "Leb" wohl, mein Schatz" - aus: Jonny spielt auf K: Ernst Krenek I: Charleston Serenaders T: Finale - aus: Das Wunder der Heliane K: Erich W. Korngold I: Radio-Symphonie-Orchester Berlin: John Mauceri T: "Wer kann die Frauen je ergründen" - aus: Rosen aus Florida K: Leo Fall / Erich W. Korngold I: Max Mensing; Saxophon-Orchester Otto Dobrindt T: "Mir ist als läg" mein ganzes Glück" - aus: Rosen aus Florida I: Gundula Janowitz, Großes Wiener Rundfunkorchester: Wilhelm Loibner T: "Frag" die Olga" - aus: Rosen aus Florida K: Leo Fall / Erich W. Korngold I: Desirée Brodka; Orchester der musikalischen Komödie Leipzig; Stefan Klingele T: March of the Merry Men - aus: The Adventures of Robin Hood K: Erich W. Korngold I: Münchner Rundfunkorchester: Charles Gerhardt T:"I"m in love with Vienna" - aus: The Great Waltz K: Johann Strauß / Julius Bittner / Erich W. Korngold I: Curt Bois, Al Shean, Leonid Kinskey, Orchester Nat W. Finston T: "Spiel ich die Unschuld vom Lande" - aus: Die Fledermaus K: Johann Strauß / Erich W. Korngold I: Adele Kern, Orchester der Berliner Staatsoper: Hermann Weigert T: "Lasst uns jubeln, ihr frohen Zecher"- aus: Die schöne Helena K: Jacques Offenbach / Erich W. Korngold I: Manfred Schmidt, Werner Kotzerke, Raimund Grumbach; Chor des Bayerischen Rundfunks; Münchner Rundfunkorchester: Kurt Eichhorn T: "Du bist mein Traum" - aus: Das Lied der Liebe K: Johann Strauß / Erich W. Korngold I: Richard Tauber, Odeon-Künstlerorchester: Erich W. Korngold T: Film-Chanson - aus: Die geschiedene Frau K: Leo Fall / Erich W. Korngold I: Lucie Mannheim; Orchester des Theaters am Nollendorfplatz, Erich W. Korngold T: "Man steigt nach" - aus: Die geschiedene Frau I: Lucie Mannheim, Adolph Wohlbrück; Orchester des Theaters am Nollendorfplatz: Erich W. Korngold

Samstag 18:00 Uhr Bremen Zwei

Feature: Du sollst nicht... - Wie die 10 Gebote unser Leben bestimmen

Wohnraum wird in Deutschland knapp - oder jedenfalls in großen Städten nicht mehr für jeden bezahlbar. Host Jens Becker spricht mit Jenny Stupka, Sprecherin der Initiative "Deutsche Wohnen & Co enteignen" über absurd hohe Mieten und mögliche Lösungen des Problems. Auch Lydia Benecke, Kriminalpsychologin, und Margot Käßmann, Theologin und Pastorin, klopfen das Gebot auf Aktualität ab. Im Mini-Hörspiel dieser Folge geht es um die mehrmalige Enteignung einer Zigarettenfabrik im Laufe der Geschichte.

Samstag 18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Feature

Reihe: Wirklichkeit im Radio Ach, wär die Welt doch ganz vertuppert ... Von der utopischen Kraft der Frischhaltung Von Walter Filz Regie: der Autor Mit: Hans-Joachim Thieme, Thomas Vogt, Manfred Wagner, Josephine Larsson, Martina Müller-Wallraf und Walter Filz Produktion: DS Kultur / ORB 1993 Länge: 54"33 Ein Feature über Tupperware? Ein Feature über eine Erweckungsbewegung! Und ein Stück, das die üblichen Abläufe und Rituale eines Radiofeatures auf den Kopf stellte. Sie ist die Dose aller Dosen, das Gefäß der Sauberkeit, das Schatzbehältnis der Frische, die Ikone des Kunststoffzeitalters, der Gral der guten Hausfrau: die Tupper-Box. Seit der amerikanische Chemiker Earl S. Tupper 1942 die praktische Polyäthylen-Dose erfand, wurde sie verehrter Mittelpunkt von Millionen Haushalten dieser Welt. Ein Kultgegenstand, um den es eigene - und eigenartige - Rituale gibt: Tupperpartys, Tupperlieder, Tupperlegenden, die alle um eine große - vielleicht die letzte große - Utopie kreisen: den Traum vom geordneten Leben. Walter Filz hat die Welt der Tupperware und ihrer Gläubigen erkundet. Walter Filz, geboren 1959 in Köln, studierte Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte und arbeitet seit 1983 als Autor, Kulturjournalist und Radiomacher. Seit 2005 ist er Redakteur beim SWR und seit 2017 Leiter der Redaktion "Hörspiel und Feature". 2001 Hörspielpreis der Kriegsblinden für "Pitcher" (WDR 2000). 2018 startete er mit Michael Lissek die realsatirische Serie "Akte 88", die in mittlerweile drei Staffeln aktuellen Verschwörungstheorien rund um den Nationalsozialismus nachgeht. Reihe: Wirklichkeit im Radio Ach, wär die Welt doch ganz vertuppert ...

Samstag 21:05 Uhr BR-Heimat

Zeit für Bayern

Mystik am Abgrund Das Festspielhaus Bayreuth Von Barbara Bogen Promenade Vom Sehen und Gesehen-werden Von Andreas Höfig Wiederholung von 12.05 Uhr, Bayern 2 . Mystik am Abgrund Das Festspielhaus Bayreuth Von Barbara Bogen Schon Jahrzehnte bevor am 22. Mai 1872, dem 59. Geburtstag von Richard Wagner, der Grundstein für das Festspielhaus auf dem Grünen Hügel in Bayreuth gelegt wurde, war der Komponist mit revolutionären Strömungen und anarchistischen Thesen in Berührung gekommen. Im Schweizer Exil entwarf er eine Vision vom "Gesamtkunstwerk der Zukunft" und entwickelte seine Festspielidee. Vor allem sein scheinbar weltumspannender "Ring des Nibelungen" konnte nach den Vorstellungen des Komponisten nicht in einem gewöhnlichen Opernhaus zur Aufführung kommen, sondern brauchte einen besonderen Raum, dessen feierliche Stimmung das Publikum aus der Banalität des Alltags herausholen sollte. Die Wahl für einen Ort fiel schließlich auf Bayreuth, nicht zuletzt in der Hoffnung auf finanzielle Unterstützung durch Wagners Mentor, den bayerischen König Ludwig II. Allerdings fiel schon bei der Eröffnung des Hauses im Jahr 1876 dem jungen Friedrich Nietzsche, der unter den Besuchern war, auf, was für ein schnöder gesellschaftlicher Rummel dort herrschte. Immer wieder in den vergangenen 150 Jahren wurde Wagners Idee von Bayreuth ebenso wie seine Musikdramen neu interpretiert, auffallend oft auch willkommen geheißen durch rechte Ideologien. Adolf Hitler liebte das Festspielhaus, sah in Richard Wagner einen Geistesverwandten, nicht zuletzt aufgrund der klaren antisemitischen Positionen des Komponisten. Bis heute ist kein Theater und kein Opernhaus der Welt so sehr aufgeladen mit politischen Inhalten und Wahrnehmungen. Was macht die Faszination der Festspielidee und des Hauses auf dem Grünen Hügel bis heute aus? Unter anderem im Gespräch mit dem Wagner-Experten und Leiter des Hauses Wahnfried in Bayreuth Sven Friedrich versucht das Feature von Barbara Bogen der Ideengeschichte des Hauses und seiner ungebrochenen Faszination nachzuspüren. Promenade Vom Sehen und Gesehen-werden Von Andreas Höfig Es gibt sie noch überall in Bayern: Uferpromenaden, Kurpromenaden, Promenadeplätze. Aber gibt es die dazugehörige Tätigkeit noch, das Promenieren? Einst diente die sonntägliche Promenade der Repräsentation und Unterhaltung bürgerlicher und adeliger Familien. Man zeigte Garderobe, Wagen, Pferde und zuweilen auch Töchter im Rahmen gesitteter öffentlicher Brautschau. Sogar Könige, Kaiser und Zaren mischten sich in Kurorten wie Bad Kissingen unter das promenierende Volk. Und heute? Sind Sonntagsspaziergang, Schaufensterbummel, allfällige Autokorsos adäquater Ersatz? Hat sich das "Sehen-und-Gesehen-werden" nicht längst auf virtuelle Promenaden in sozialen Medien verlagert? Andreas Höfig berichtet in seinem "Zeit-für-Bayern"-Feature von Pracht und Glanz der Promenaden von einst und zeigt, was davon übriggeblieben ist.

Samstag 21:05 Uhr Bayern 2

Zeit für Bayern

Mystik am Abgrund Das Festspielhaus Bayreuth Von Barbara Bogen Promenade Vom Sehen und Gesehen-werden Von Andreas Höfig Wiederholung von 12.05 Uhr, Bayern 2 . Mystik am Abgrund Das Festspielhaus Bayreuth Von Barbara Bogen Schon Jahrzehnte bevor am 22. Mai 1872, dem 59. Geburtstag von Richard Wagner, der Grundstein für das Festspielhaus auf dem Grünen Hügel in Bayreuth gelegt wurde, war der Komponist mit revolutionären Strömungen und anarchistischen Thesen in Berührung gekommen. Im Schweizer Exil entwarf er eine Vision vom "Gesamtkunstwerk der Zukunft" und entwickelte seine Festspielidee. Vor allem sein scheinbar weltumspannender "Ring des Nibelungen" konnte nach den Vorstellungen des Komponisten nicht in einem gewöhnlichen Opernhaus zur Aufführung kommen, sondern brauchte einen besonderen Raum, dessen feierliche Stimmung das Publikum aus der Banalität des Alltags herausholen sollte. Die Wahl für einen Ort fiel schließlich auf Bayreuth, nicht zuletzt in der Hoffnung auf finanzielle Unterstützung durch Wagners Mentor, den bayerischen König Ludwig II. Allerdings fiel schon bei der Eröffnung des Hauses im Jahr 1876 dem jungen Friedrich Nietzsche, der unter den Besuchern war, auf, was für ein schnöder gesellschaftlicher Rummel dort herrschte. Immer wieder in den vergangenen 150 Jahren wurde Wagners Idee von Bayreuth ebenso wie seine Musikdramen neu interpretiert, auffallend oft auch willkommen geheißen durch rechte Ideologien. Adolf Hitler liebte das Festspielhaus, sah in Richard Wagner einen Geistesverwandten, nicht zuletzt aufgrund der klaren antisemitischen Positionen des Komponisten. Bis heute ist kein Theater und kein Opernhaus der Welt so sehr aufgeladen mit politischen Inhalten und Wahrnehmungen. Was macht die Faszination der Festspielidee und des Hauses auf dem Grünen Hügel bis heute aus? Unter anderem im Gespräch mit dem Wagner-Experten und Leiter des Hauses Wahnfried in Bayreuth Sven Friedrich versucht das Feature von Barbara Bogen der Ideengeschichte des Hauses und seiner ungebrochenen Faszination nachzuspüren. Promenade Vom Sehen und Gesehen-werden Von Andreas Höfig Es gibt sie noch überall in Bayern: Uferpromenaden, Kurpromenaden, Promenadeplätze. Aber gibt es die dazugehörige Tätigkeit noch, das Promenieren? Einst diente die sonntägliche Promenade der Repräsentation und Unterhaltung bürgerlicher und adeliger Familien. Man zeigte Garderobe, Wagen, Pferde und zuweilen auch Töchter im Rahmen gesitteter öffentlicher Brautschau. Sogar Könige, Kaiser und Zaren mischten sich in Kurorten wie Bad Kissingen unter das promenierende Volk. Und heute? Sind Sonntagsspaziergang, Schaufensterbummel, allfällige Autokorsos adäquater Ersatz? Hat sich das "Sehen-und-Gesehen-werden" nicht längst auf virtuelle Promenaden in sozialen Medien verlagert? Andreas Höfig berichtet in seinem "Zeit-für-Bayern"-Feature von Pracht und Glanz der Promenaden von einst und zeigt, was davon übriggeblieben ist.

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