Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Guten Morgen Österreich

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Unbehaust und geborgen zugleich". "Heimat ist kein Ort, kein Raum, sondern ein Gefühl", meint der katholische Theologe Rainer Bucher "Heimat ist kein Ort, kein Raum, sondern ein Gefühl. Freilich entsteht es an bestimmten Orten und an anderen gerade nicht", stellt der katholische Theologe Rainer Bucher an den Beginn seiner "Gedanken für den Tag" über Heimat und Religion in der Woche vor dem österreichischen Nationalfeiertag. Rainer Bucher, gebürtiger Franke, lehrt Praktische Theologie an der Karl-Franzens-Universität in Graz. Er thematisiert auch die "dunkle Seite des Konzepts Heimat", nämlich: den "Ausschluss des störenden Anderen". Dass Heimatverlust dann ausgerechnet von jenen beklagt werde, die ihre Heimat behalten haben, und jenen vorgeworfen wird, die ihre Heimat wirklich verlassen mussten, sei nur eine skurrile Facette dieses dunklen Heimatbegriffs. Und Bucher spinnt seine Gedanken bis zur metaphysischen Heimatlosigkeit der Neuzeit und dem gefühlten Heimatverlust der Gegenwart.

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Mirjam Jessa. Immer wieder Österreich. Handelnde Personen: Der Mann, der Karajan und Furtwängler entnazifizierte, die Gründung der Salzburger Festspiele auf den Weg brachte, unter Lebensgefahr fliehen musste und trotzdem nach dem Krieg zurückkehrte und den Festspielen die Treue hielt bis er hinausgemobbt wurde. Ein Komponist, der nicht mehr komponieren wollte. Ein Komponist, der nicht mehr komponieren konnte (er wurde ermordet). Ein Klarinettist, der eigentlich Komponist ist. Eine österreichische Schauspielerin, die ein Star am Broadway war, was kaum einer wusste und niemand mehr weiß.

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Hüter und Wiederaufforster des Waldes. Die Wildbiologin Karoline Schmidt über den Eichelhäher. Teil 2: Ein begabter Stimmen-Imitator Gestaltung: Maria Harmer Sein Schrei ist unverkennbar. Und so krächzend, dass es verwundert, dass der Eichelhäher zu den Singvögeln zählt. Seinen Namen verdankt er seiner Lieblingsspeise: Bis zu zehn Eicheln kann er im Kehlsack transportieren, und manchmal noch eine zusätzlich im Schnabel. Bis zu 5000 Eicheln können das pro Saison und Schnabel sein. Der Vogel mit den auffallenden blitzblauen Federn zählt zu den Rabenvögeln - und er ist blitzgescheit. Die gesammelten, transportierten und dann sorgsam im Waldboden verscharrten Waldfrüchte sind sein Nahrungsvorrat für den Winter. Sein phänomenales Gedächtnis lässt ihn die Verstecke nicht vergessen. Und falls ihn jemand beim Verscharren beobachten sollte, gräbt er die Eichel anschließend wieder aus und sucht ein neues Versteck. Aus vielen der vergrabenen Eicheln keimen dann im nächsten Jahr junge Bäume. Und da der fleißige Wiederaufforster für die Verstecke lichte Stellen bevorzugt, die Mäuse meiden, hat er viel Erfolg - und zudem jene Stellen ausgesucht, die auch Waldeigentümer auswählen würden. Und genau die machen sich nun die Hilfe der Eichelhäher in immer größerem Maß zunutze. In Österreich war das Benediktinerstift Altenburg im Waldviertel unter den ersten, die die "gefiederten Schwarzarbeiter" aktiv in ihre Forstprogramme inkludierten. Ein spannender und für den Betrieb kostengünstiger, vor allem aber extrem nachhaltiger Ansatz. Die Wildbiologin Karoline Schmidt kennt dieses Projekt gut und ist insbesondere von der sozialen Intelligenz des Eichelhähers beeindruckt. So verwirrt er manchmal sogar Plünderer, indem er Steine statt Eicheln vergräbt. Und er imitiert andere Vögel wie Mäusebussarde und Graureiher so gut, dass ihm nicht nur Vogelexperten, sondern auch gefiederte Artgenossen auf den Leim gehen.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - Die präventive Wende

Vorbeugende Maßnahmen im Gesundheits- und Rechtswesen (2). Gestaltung: Christa Nebenführ Mit der Entdeckung einer vorbeugenden Impfung gegen Infektionskrankheiten im 18. Jahrhundert entstand ein Konflikt, der bis heute nicht ganz gelöst ist. Arthur Köstler erzählt in seinem Anti-Stalinistischen Roman "Sonnenfinsternis" aus dem Jahr 1940 von einem sowjetischen Bauern im Gulag, der sich weigert, seine Kinder für eine Schutzimpfung "mit Nadeln stechen" zu lassen. Der Impfkonflikt schwelt immer noch und hat im Zuge der Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie neuen Aufschwung genommen. Prävention ist seit den 1970er Jahren aber nicht nur ein Thema der Gesundheitsfürsorge, sondern auch des Strafrechts. Maßgebliche Rechtswissenschaftler konstatieren eine Akzentverschiebung von Verbrechen und Strafe hin zur Kriminalitätsprävention. Bildungs- und Beratungsangebote können Menschen in schwierigen sozialen Lagen helfen, Straffälligkeit zu vermeiden. Profiling, bei dem Mitbürger nach willkürlichen Merkmalen ohne Verdacht angehalten und durchsucht werden, erzeugt jedoch oft das Gefühl von Hilflosigkeit, Erniedrigung und letztendlich Wut, die unter Umständen in Straftaten mündet. Sowohl in der Gesundheits- als auch in der Sozial- und Rechtspolitik ist Prävention ein Instrument, das mit sorgfältiger Balance gehandhabt werden muss. Auch in der individuellen Lebensplanung ist zu bedenken, dass das Streben nach Perfektion in Zwänge - wie beispielsweise Essstörungen - münden kann. Man könnte sich fragen, ob Gesundheitsbewusstsein bzw. -vorsorge auch übertrieben werden kann. So mancher Rat wird dabei mit fragwürdigen Statistiken zum Gewinn bzw. Verlust von Lebensjahren untermauert.

09.30 Uhr
Radiokolleg - Friedrich Engels

Der Fabrikant, der den Marxismus erfand (2). Gestaltung: Günter Kaindlstorfer Wer Marx sagt, muss auch Engels sagen. Dem 1820 geborenen Fabrikantensohn aus Wuppertal hat man im Verlauf des 20. Jahrhunderts viele Denkmäler gebaut: in Shanghai, Moskau und Berlin, in Dresden und Kalkutta. Jenseits realsozialistischer Heiligenverehrung war Friedrich Engels ein kraftvoller und originärer Denker, ein blendender Stilist und kreativer Philosoph, der bahnbrechende Schriften zur Dialektik von Natur und Gesellschaft, aber auch zu Fragen von Kolonialismus, Naturwissenschaft und Feminismus vorgelegt hat. Nach dem Tod von Karl Marx war er es, der das Erbe seines Freundes verwaltet und als einflussreicher Organisator in die "Zweite Internationale" eingebracht hat. Im Grunde war Friedrich Engels es, der den "Marxismus" erst erfunden hat. Dabei war der lebenslustige Baumwoll-Magnat, der zwanzig Jahre lang eine Textilfabrik in Manchester geleitet hat, im Gegensatz zu asketischeren Vertretern der Arbeiterbewegung durchaus kein Verächter irdischer Genüsse. Der britische Historiker Tristram Hunt zeichnet Friedrich Engels in seiner erfrischenden Biographie als beschwingten Hedonisten, der die Freuden der Fuchsjagd ebenso zu schätzen wusste wie eine Schale Hummersalat oder eine fachgerecht dekantierte Flasche Château Margaux. Friedrich Engels zeigte sich überzeugt, dass Marx ein "Genie" und er bloß ein "Talent" gewesen sei. Tristram Hunt und andere Zeitgenossen sehen das anders. Für sie war der viktorianische Baumwoll-Lord ein eigenständiger und bemerkenswert offener Denker, der die doktrinäre Interpretation seiner und Marxens Theorien im Leninismus und erst recht im Stalinismus radikal abgelehnt hätte. Engels zählte, wie Karl Marx, zu den glühendsten Bewunderern und zugleich zu den schärfsten Kritikern der heute herrschenden Wirtschaftsweise. Der Mitverfasser des "Kommunistischen Manifests" hat immer wieder darauf hingewiesen, dass der Kapitalismus erst dann einem solidarischeren Wirtschaftssystem Platz machen könnte, wenn er zur globalen Kraft aufgestiegen sei. Eine Entwicklung, die gerade eben im Gange ist. Ein Radiokolleg von Günter Kaindlstorfer zum 200. Geburtstag von Friedrich Engels.

09.45 Uhr
Radiokolleg - Zwischen Brecht und Broadway

Die zwei Karrieren des Theaterkomponisten Kurt Weill (2). Gestaltung: Alexandra Faber Mit der "Dreigroschenoper" landet Kurt Weill gemeinsam mit dem Dramatiker Bertolt Brecht im Jahr 1928 einen Sensationserfolg. Mit Liedern wie der "Moritat von Mackie Messer" zeigt sich der Komponist als genialer Melodienschreiber, seine musikalischen Hits werden später zu Jazz-Standards, und- wie etwa der "Alabama-Song" - auch von der Rockband "The Doors" gecovert. Kurt Weill verblüfft noch heute in seiner stilistischen Vielfalt. Der vor 120 Jahren in einer jüdischen Kantorenfamilie in Dessau geborene Musiker schreibt Symphonien, Werke für Ballett, Liederzyklen und eine Kantate für das damals neue Medium Radio. Mit seinem populären Musikstil revolutioniert er das Musiktheater. Diese Reform setzt er nach seiner Emigration in die USA fort: Weill knüpft Kontakte zu den besten Broadway-Autoren dieser Zeit und verwirklicht mit "Street scene" seinen Traum einer amerikanischen Oper, einer Mischung aus Broadway-Musical und europäischer Oper. Dieser "amerikanische" Weill wurde in der Forschung als kommerziell abgetan und wenig geschätzt. Erst in den letzten Jahren würdigt man zunehmend Weills Verdienste um ein literarisch und musikalisch anspruchsvolles, neues Musiktheater.

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Anklang

Mit Christoph Wagner-Trenkwitz. Ausschnitte aus Richard Wagners romantischer Oper "Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg". Am 19. Oktober 1845, vor 175 Jahren, ist im Königlich Sächsischen Hoftheater von Dresden Richard Wagners Oper "Tannhäuser oder der Sängerkrieg auf Wartburg" zur Uraufführung gekommen, sein fünftes vollendetes Werk für die Opernbühne. Die erste Anregung hatte Wagner, der als sein eigener Librettist fungierte, möglicherweise schon 1836 durch eine Vers-Legende von Heinrich Heine erhalten, ansonsten schöpfte er aber aus verschiedenen Quellen und literarischen Anregungen - und schuf etwas Singuläres, indem er zwei Sagenkreise, die nichts miteinander zu tun haben, verknüpfte: die Sage von Tannhäuser im Venusberg und der heiligen Elisabeth kombinierte er mit der Legende vom Sängerkrieg auf der Wartburg, der im Jahr 1206 stattgefunden haben soll, aber historisch nicht gesichert ist. Das künstlerische Resultat jener eigenwilligen Kombination war die Verschränkung der historisch lokalisierbaren Welt des Hochmittelalters mit Elementen der Volkssage und die Gegenüberstellung von Christen- und Heidentum, sowie von irdisch-sinnlicher und himmlisch-spiritueller Liebe. Überhaupt stellt "Tannhäuser" eine Art Füllhorn der Themen dar, die Richard Wagner am stärksten beschäftigten: Entsagung, Fluch, Verklärung, Erlösung, Kunst in der Gesellschaft und der Konflikt des progressiven Außenseiters mit einer konformistischen Gesellschaft.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

"Der Speckpfannkuchen" von Maarten 't Hart. Aus dem Niederländischen von Gregor Seferens. Es liest Norman Hacker Filmen ist total ermüdend. Und so hofft der Autor, dass das Filmprojekt, in dem er in einem Teil einer Serie als repräsentativer niederländischer Autor porträtiert werden soll, an der Finanzierung scheitert. Doch es gibt kein Entkommen für ihn: nun soll auch noch die Küche der verschiedenen Länder beleuchtet werden und man geht sofort auf seinen Vorschlag ein. Maarten 't Hart, geboren 1944 in Maassluis bei Rotterdam, studierte an der Universität Leiden Biologie und lehrte dort lange Jahre Verhaltensbiologie. Seit 1987 arbeitet er als freier Schriftsteller in Warmond bei Leiden. Mit seinen Jugenderinnerungen "Ein Schwarm Regenbrachvögel", die auch verfilmt wurden, erzielte der Autor den ersten großen Erfolg. Der 1993 erschienene Roman "Das Wüten der ganzen Welt" wurde vielfach ausgezeichnet und zu einem überragenden internationalen Erfolg. Nicht zuletzt seine autobiografischen Bücher machten Maarten 't Hart zu einem der meistgelesenen europäischen Gegenwartsautoren. "So viele Hähne, so nah beim Haus" wurde 2017 mit dem niederländischen J.M.A. Biesheuvel-Preis für den besten Erzählband des Jahres ausgezeichnet. Gestaltung: Stefanie Zussner

11.25 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

11.30 Uhr
Des Cis

mit Peter Kislinger. Die amerikanische Pianistin Beth Levin mit Händel, Eliasson und Beethovens Hammerklaviersonate. Die 1950 in Philadelphia Geborene debütierte im Alter von zwölf Jahren mit dem Philadelphia Orchestra. An der üblichen Pianistenkarriere war dem Wunderkind nicht gelegen. Einige Livemitschnitte ihrer Konzerte hatte es gegeben, allerdings auf in Europa nicht erhältlichen CDs, bevor ihre CD "Inward voice" bei einem deutschen Label mit Musik von Schumann, Schubert und Eliasson erschien. Von einem "großen Wurf" sprach ein Kritiker, Klavierfachzeitschriften reihen sie unter "die Größten ihrer Zunft." Paul Badura-Skoda gab sich "zutiefst beeindruckt und berührt", als er sie gehört hatte. Wenn ein Werk eine große und wirklich ausdrucksstarke Qualität hat, zugleich technisch anspruchsvoll ist, müsse Expressivität die Oberhand behalten, so das Credo der Künstlerin, die bei Marian Filar, Rudolf Serkin und Leonard Shure in die Lehre gegangen ist. Auch ihre jüngste CD, ein 2019 in Berlin entstandener Konzertmitschnitt, ist geprägt von einer Mischung aus Zartheit, zupackender Energie, Kraft, ja Wucht, und von einer improvisatorisch anmutenden Freiheit, die vor allem dem "exstatischen Aspekt" der Hammerklaviersonate zugute kommt, ein Aspekt, so Beth Levin, der "nur im Konzertsaal umgesetzt werden kann." Um der gewaltigen Sonate beizukommen, dürfe man keine Angst vor "eisig langsam" oder "unmöglich schnell" haben, so lange man in möglichst lange Bögen denken kann. Klug durchdacht und originell ist auch die Auswahl der auf die Hammerklaviersonate hinführenden Werke der CD: die d-Moll-Suite von Beethovens großem Vorbild, Georg Friedrich Händel, und "Carosello" von Anders Eliasson (1946 - 2013). Levin hat bereits die beiden ersten der "Disegno"-Reihe des schwedischen Komponisten auf CD vorgelegt.

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
KLANGfrühling 2020

Ferhan und Ferzan Önder, Klavier. Ludwig van Beethoven: Sonate D-Dur op. 6 * Gustav Nottebohm: Variationen über ein Thema von J.S. Bach op.17 * Fazil Say: Nacht op. 68 * Igor Strawinsky: "Le Sacre du Printemps", Fassung für Klavier zu vier Händen * Johann Sebastian Bach - György Kurtág: a) Gotteszeit ist die allerbeste Zeit BWV 106; b) Aus tiefer Not schrei ich zu dir BWV 687; c) Alle Menschen müssen sterben BWV 643; d) Christe, du Lamm Gottes BWV 619 (aufgenommen am 19. September in der Evangelischen Pfarrkirche Stadtschlaining, Eröffnungskonzert). Präsentation: Stephanie Maderthaner

15.30 Uhr
Moment

Wie Omas so sind. Das Großmutter-Klischee. Selten sind Bilder so typisch gezeichnet, wie die von Großmüttern. Die sogenannte "Oma" trägt Graues Haar, zu einem Knoten gebunden, Brille, liebevoll, kochend, immer für die Familie da. Doch wie sehen Großmütter heutzutage aus? Stimmt dieses Bild mit den heutigen Lebensrealitäten von "Omas" noch überein? Und welche Klischees werden weiterhin gerne bedient? Gespräche über und mit Großmüttern von heute. Gestaltung: Eva Gänsdorfer

15.55 Uhr
Rudi! Der rasende Radiohund

Rudi trifft Tamara Mascara Rudi ist entzückt. Beim Strawanzen durchs Funkhaus läuft ihm zufällig Tamara Mascara über den Weg. Sie war dieses Jahr Kandidatin bei der ORF-Tanzshow "Dancing Stars". Tamara hat in den Funkhausstudios Tanzen geübt. Allerdings sieht sie beim Training ganz anders aus als im Fernsehen... denn Tamara heißt eigentlich Raphael und Raphael sieht aus wie ein Bub. Raphael erklärt Rudi, dass er sich gerne als Frau verkleidet und auf der Bühne steht und dass man das Travestie oder Drag nennt. Der Radiohund spitzt neugierig die Ohren. Rudi: "Also privat - außerhalb deiner Arbeitszeiten - bist du der Raphael und Tamara, die bringt das Geld nachhause." Tamara: "Genau, ganz easy mit ?nem Hemd und ?ner Hose und wenn ich dann einen Auftritt habe, dann ziehe ich mich ein, zwei Stunden zurück und komme dann sozusagen als glamouröse Diva wieder zum Vorschein." Gestaltung: Franziska Schwarz

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Tonspuren

"Gesang der Fassungslosigkeit". Thomas Harlans "Heldenfriedhof". Feature von Ulrike Janssen (Übernahme WDR 2017) Thomas Harlan (1929-2010), Autor und Filmemacher, war der Sohn des Regisseurs Veit Harlan; dessen Propagandafilm "Jud Süss" in den Augen des Sohnes ein "Mordwerkzeug" war. Die nationalsozialistischen Verbrechen, die Schuld der Täter und ihre Verfolgung machte Thomas Harlan zu seinem Lebensthema. "Heldenfriedhof": ein radikaler Roman von großartiger Sprachkraft und ein Rätsel, nahezu unlesbar und zugleich ganz intensives Lektüreerlebnis. So beschreiben Literaturkritiker und -wissenschaftler ihre Leseerfahrung mit Thomas Harlans letztem Roman, den der 70-Jährige in der Berchtesgadener Klinik schrieb, in der er - schwer lungenkrank - die letzten zehn Jahre seines Lebens verbrachte. Im Mittelpunkt des Romans, dessen Inhalt kaum zu erzählen ist, stehen Akteure der "Aktion Reinhardt". Mit diesem Namen werden heute die Verbrechen bezeichnet, in denen in den Vernichtungslagern Belzec, Sobibor und Treblinka zwischen Juli 1942 und Oktober 1943 über zwei Millionen Juden sowie rund 50.000 Sinti und Roma ermordet wurden. Die letzte Station der Täter dieser "Aktion Reinhardt" war San Sabba, ein Konzentrationslager in einer alten Reismühle in Triest. Hier ist auch die Mutter der fiktiven Hauptfigur des Romans, Enrico Cosulich, verschwunden. Cosulich macht sich auf die Suche nach den Tätern, spürt sie in der Bundesrepublik und in Österreich auf, obwohl sie vielfach unter anderem Namen nach 1945 eine neue Karriere begonnen haben. Erfindungen dienten dazu, hat Thomas Harlan gesagt,"die Wahrheit zu vertiefen". Der Roman "Heldenfriedhof", erschienen 2006, ist eine unauflösbare Mischung aus Fakten und Fiktionen und ein Solitär in der deutschsprachigen Literatur. Thomas Harlan hat hier seine lebenslange obsessive Bemühung um die Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in einen Roman verwandelt, in dem historische Recherchen und literarische Erfindungen, kalte Tatsachenberichte und poetische Überhöhungen in einem einzigartigen Kunstwerk zusammenfließen. Seine Wirkung beruht auf der Suggestionskraft und der äußersten Musikalität seiner Sprache, die das Feature mit der Stimme Hanns Zischlers wahrnehmbar macht. Denn, so Thomas Harlan im Gespräch mit der Literaturkritikerin Sieglinde Geisel: "Nur was man singen kann, ist hörbar".

16.45 Uhr
Heimspiel

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp. Aktuelle Musik aus Mali, mit Inna Modja, Afel Bocoum, Tamikrest und Oumou Sangaré "Lindé", die neue CD von Singer Songwriter Afel Bocoum, produziert von Damon Albarn und Nick Gold, befindet sich gerade unter den Top 10 der World Music Charts Europe. "Tamotäit", das aktuelle Album der Tuareg-Band Tamikrest, wurde durch Crowfunding ermöglicht. Und der Österreich-Start von Regisseur Jared P.Scotts "The Great Green Wall" steht bevor. "Entlang dieser noch lückenhaften grünen Mauer reist die malische Sängerin Inna Modja zu den Menschen im Senegal, in Mali, Nigeria und Äthiopien" heißt es in der Ankündigung des Dokumentarfilmes.

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Zum 75. Jahrestag der Benes-Dekrete Zur Geschichte deutsch-tschechischer Beziehungen Im März 1939 marschierten die Nationalsozialisten in Prag ein und errichteten im sogenannten "Protektorat Böhmen und Mähren" ein brutales Besatzungsregime. Edvard Benes, ehemaliger Staatspräsident und Teil der tschechoslowakischen Exilregierung, lebte seit 1938 in London. Im Dezember 1943 schloss er einen Vertrag mit Josef Stalin. Nach Kriegsende verblieb die wiederhergestellte Tschechoslowakei im Einflussbereich der UdSSR, Bene? war wieder Staatspräsident. Tausende Tschechoslowakinnen waren im Nazi-Regime ermordet worden. Edvard Benes plante, noch als selbsternannter Präsident im Exil, die Vertreibung der Sudetendeutschen. Zwischen 1940 und 1945 erließ er die sogenannten Benes-Dekrete. Die 143 "Dekrete des Präsidenten der Republik", so die offizielle Bezeichnung für die provisorischen Gesetze, wurden insgesamt bis zur Ernennung der vorläufigen Nationalversammlung am 21. Oktober 1945 erlassen und ein halbes Jahr später von dieser gebilligt. Prinzipiell alle "Personen deutscher oder madjarischer Nationalität" wurden "als staatlich unzuverlässig" erklärt. Ihr Vermögen wurde zwangsbeaufsichtigt, oftmals wurden die Sudetendeutschen auch vollständig enteignet. Mit dem Potsdamer Abkommen vom 2. August 1945 erklärten die Siegermächte die "Überführung der deutschen Bevölkerung nach Deutschland" für rechtmäßig - allerdings in ordnungsgemäßer und humaner Weise, betonte man. Bis zu drei Millionen Menschen wurden in den folgenden Jahren nach Deutschland deportiert. Vielerorts ging es dabei alles andere als human zu. Zu groß war der Hass gegen Sudetendeutsche, von denen sich zuvor wiederum viele zum Nationalsozialismus bekannt hatten.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama

Zusammenfassung einer Diskussionsveranstaltung in Wien. Gestaltung: Xaver Forthuber Die weltweite Krise hat nicht nur so manche Unstimmigkeit in der internationalen Zusammenarbeit, sondern auch Schwächen im globalen Wirtschaftssystem aufgezeigt. Die Auslagerung von Produktionskapazitäten in weit entfernte Billiglohnländer oder internationale Bieterschlachten um essenzielle Güter haben sich in der Pandemie als fatal erwiesen und erscheinen auch aus sozialer und aus Klimasicht als nicht zukunftsfähig. Beim Wiederaufbau der Wirtschaft nach der Corona-Krise geht es daher um nichts Geringeres, als die Globalisierung neu zu erfinden - fairer, ökologischer und mit verlässlicher Versorgungssicherheit für alle. Wie ein solches Wirtschaftssystem aussehen könnte, welche Wege dorthin führen und ob wir sie auch einschlagen, darüber diskutierten Ende September in der Diplomatischen Akademie Politiker und Expertinnen.

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

Sakerfalken in Österreich Von Lukas Tremetsberger Sakerfalken bewohnen steppenartige Lebensräume, von der Mongolei bis ins pannonische Tiefland. Die schnellen Greifvögel erbeuten Nagetiere, legen ihre Eier in verlassene Greifvogelnester oder in Nisthilfen auf Hochspannungsmasten. Diese künstlichen Brutmöglichkeiten, die Forscher/innen der Österreichischen Vogelwarte gemeinsam mit Stromnetzbetreibern eingerichtet haben, helfen den Sakerfalken bei der Wiederansiedlung hierzulande. Lebensraumverlust, Insektizide und die illegale Jagd dezimierten ihren Bestand in den 1970er Jahren. Mittlerweile brüten wieder 30 bis 40 Paare. Nicht nur von Schutzprogrammen, auch vom Klimawandel profitieren die Sakerfalken. Im zunehmend trockeneren Klima im Frühling und Sommer wird die Vegetation lückenhaft und die Vögel erkennen ihre Beute leichter. Bleiben Regen und Kälte aus, haben die Nachkommen bessere Startbedingungen. - Eine Reportage aus dem Lebensraum der Sakerfalken im Osten von Österreich.

19.30 Uhr
Herbstgold 2020

Haydn Philharmonie, Leitung und Violoncello: Nicolas Altstaedt. Joseph Haydn: Symphonie C-Dur Hob. I/63, "La Roxolane" * Fazil Say: "Sahmaran", Konzert für Violoncello und Orchester op. 85 (2020; Uraufführung) * Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 8 F-Dur op. 93 (aufgenommen am 13. September in Eisenstadt). Präsentation: Gerhard Krammer

21.55 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

Die präventive Wende. Vorbeugende Maßnahmen im Gesundheits- und Rechtswesen (2). Gestaltung: Christa Nebenführ Friedrich Engels. Der Fabrikant, der den Marxismus erfand (2). Gestaltung: Günter Kaindlstorfer Zwischen Brecht und Broadway. Die zwei Karrieren des Theaterkomponisten Kurt Weill (2). Gestaltung: Alexandra Faber

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

musikprotokoll 2020. "Streichquartett extended" mit dem Stadler Quartett Alles durfte man sich von diesem Konzert erwarten, nur keine fertig komponierten Stücke für diese vier Instrumente, obwohl sich alles um sie gedreht hat. Ein "Streichquartett extended" war am 11. Oktober 2020 beim ORF musikprotokoll im steirischen herbst zu Gast. Das Stadler Quartett spielte Stücke, die interaktive audiovisuelle Systeme nutzen und präsentierte synästhetische Kunstwerke als "work in progress". Zur Klangfindung nutzten die Komponierenden nicht nur ihre akustische Fantasie, sondern auch Daten aus naturwissenschaftlichen Messungen, also klassische Fälle von Sonifikationen. Verarbeitet wurden diese Klänge mithilfe von visuellen Elementen, Live-Elektronik und Algorithmen. Die Komponist/innen des Grazer Vereins die andere saite haben mit diesem Konzert das Streichquartett ins 21. Jahrhundert katapultiert, ästhetisch wie technologisch. Gestaltung: Franz Josef Kerstinger

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation: Musikauswahl: dazw. 03:00 Uhr Nachrichten